Samstag, 18. Juli 2015

Tag 14: Zwischen Himmel und Erde

Arlington National Cemetery
Washington

Unser heutiger Weg führte uns zum Arlington National Cemetery, einem von 139 Nationalfriedhöfen in den Vereinigten Staaten. Unser ursprünglicher Plan war, dafür einen der Hop On/Hop Off Busse der Washington Big Bus Tours zu nehmen. Allerdings hatten wir hier die Rechnung ohne den (Betriebs-)Wirt gemacht, da es leider nicht möglich war, nur ein Ticket für eine Route auszuwählen. Stattdessen hätten wir für 49 Dollar ein komplettes 24-Stunden-Ticket für alle Routen kaufen müssen, was uns schlicht und ergreifend zu teuer war, da wir das Ticket nur für die Route zum Arlington National Cemetery und zum Pentagon (und zurück) benötigt hätten. Also hieß es wieder Laufen. Kleine Notiz am Rande: Bisher haben wir täglich bereits knapp 20 Kilometer pro Fuß zurüchgelegt - von wegen im Urlaub die Füße hochlegen... So ging es also per pedes über die Arlington Memorial Bridge und den Potomac River nach Virginia.

Freitag, 17. Juli 2015

Tag 13: Memorials & Monuments

Lincoln Memorial
Washington

 Nach den epochalen Geschehnissen des vergangenen Tages stärkten wir uns nach ausgiebigem Schlaf zunächst mit einem ebenso ausgiebigem, wenngleich unspektakulären, Deluxe Continental Breakfast. Im Anschluss ging es dann direkt via Washington Monument und World War II Memorial zum Lincoln Memorial. Zwischen 1915 und 1922 zu Ehren des 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten erbaut, beherbergt das Denkmal eine 5,80 Meter hohe, von Henry Bacon gestaltete weiße Marmorstatue Abraham Lincolns. Über der Statute ist folgender Text zu lesen: "In This Temple, As In The Hearts Of The People For Whom He Saved The Union, The Memory Of Abraham Lincoln Is Enshrined Forever." Das Gebäude selbst besteht aus 36 dorischen Säulen, welche die 36 Staaten symbolisieren, die zur Amtszeit Abraham Lincolns die Vereinigten Staaten bildeten. Die Namen der nächsten 12 US-Staaten wurden später um das Dach des Denkmals herum eingemeißelt, zwei Tafeln im Boden stehen für die 'neuen' Staaten Hawaii und Alaska. An der Nordseite des Monuments ist Lincolns zweite Antrittsrede von 1865 in Stein gehauen, an der südlichen die berühmte Gettysburg Address, die Lincoln am 19. November 1863 - inmitten des amerikanischen Bürgerkriegs - anlässlich der Einweihung des Soldatenfriedhofs auf dem Schlachtfeld von Gettysburg hielt, und in welcher er das demokratische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten zusammenfasste. Am 28. August 1963 war das Denkmal zudem Schauplatz eines großen historischen Ereignisses, als 250.000 Menschen vom Washington Monument zum Lincoln Memorial zogen, wo Dr. Martin Luther King seine berühmte Rede "I Have A Dream" hielt. Ein durch und durch geschichtsträchtiger Ort, der einen innehalten und reflektieren lässt.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Tag 12: POTUS In Da House

Das Weiße Haus
Columbus > Washington

Nach der zweitlängsten Etappe unseres Road Trips von Chicago nach Columbus, folgte heute der mit 637 Kilometern längste Abschnitt von Columbus nach Washington. Auch diese Fahrt - durch die US-Staaten Ohio, West Virginia und Maryland - verlief ohne besondere Vorkommnisse, sodass wir gegen 15:00 Uhr die Hauptstadt der Vereinigten Staaten erreichten. Nachdem wir eingecheckt und unser Auto im Ritz Carlton geparkt hatten, ging es direkt auf Erkundungsmarsch. Ziel: Pennsylvania Avenue 1600, besser bekannt als das Weiße Haus, Sitz des 'President of the United States' (POTUS). Wie zu erwarten war der Platz sehr bevölkert, und neben den obligatorischen Touristen waren auch mehrere Polizisten zu sehen, die zum einen alles im Blick hatten, zum anderen aber auch freundlich und kompetent Auskunft gaben. Bei näherer fotografischer Betrachtung fielen uns auch sofort weitere, zum Teil schwer bewaffnete, Sicherheitskräfte auf, die einem deutlich vor Augen führten, dass es sich hierbei nicht nur um eine touristische Sehenswürdigkeit handelt. Insgesamt ist das Gelände um das Weiße Haus eine einzige Hochsicherheitszone, die neben sichtbaren Maßnahmen und Vorkehrungen - wie Scharfschützen und Überwachungskameras - auch zahlreiche weitere Einrichtungen wie Sensoren, Luftschutzbunker und Luftabwehrraketen bereithält. Zudem herrscht über dem Luftraum ein absolutes Überflugverbot. Der Grundstein für das Weiße Haus wurde übrigens am 13. Oktober 1792 gelegt, der zugleich als Gründungstag Washingtons gilt.

Mittwoch, 15. Juli 2015

Tag 11: Lost in Transition

Chicago > Columbus

Bei einem Road Trip ist die Reise an sich meistens das eigentliche Ziel. Ab und zu gibt es aber auch Tage, an denen man nur von C (wie Chicago) nach C (wie Columbus) kommen will. Dabei war dieser Teil der Strecke von vornherein als Transit konzipiert, da die komplette Fahrt knapp 1.200 Kilometer lang ist, was wir uns in einem Stück wirklich nicht antun wollten. Dann lieber ein Zwischenstopp. Um diesen mit 577 Kilometern zweitlängsten Abschnitt unserer Reise zeitig zu absolvieren, ging es früh aus den Federn (ja - im Urlaub ist 06:00 Uhr früh). Frühstück To Go gab es bei unserem seit Kanada ins Herz geschlossenen Tim Hortons. Die übrige Passage durch drei US-Staaten - Illinois, Indiana, Ohio - war außer gelegentlichen Flüssigkeitsstopps (Input & Outp
ut) im Grunde recht ereignisarm. Gegen 15:00 erreichten wir schließlich Columbus. Der Rest des Tages beschränkte sich auf Waschen, Einkaufen und Ausruhen. Wie gesagt: alles eher unspektakulär. Aber während eines dreiwöchigen Road Trips müssen, können und dürfen derartige Tage auch mal sein. Um Gas zu geben muss man eben ab und zu auch mal tanken... ;-)

Dienstag, 14. Juli 2015

Tag 10: Two Roads Diverged...

Chicago

Heute trennten sich zum ersten Mal unsere Wege: während Maria, Daniel und Andy dem Museum of Science and Industry einen Besuch abstatteten, zog es mich ins Art Institute of Chicago. Mit einem Bestand von insgesamt ca. 300.000 Kunst- und Kulturwerken aus fünf Jahrtausenden zählt das Museum zu einem der bedeutendsten weltweit. Berühmt ist das Art Institute vor allen Dingen für seine Sammlung an Impressionisten, Post-Impressionisten und amerikanischer Kunst. So finden sich hier neben Vincent van Goghs 'La Chambre à Arles' (1888) und Georges Seurats 'Un dimanche après-midi à l'Île de la Grande Jatte' (1884-86) auch Grant Woods ikonisches Meisterwerk 'American Gothic' (1930) und Edward Hoppers legendäres Gemälde 'Nighthawks' (1942). Weitere Werke von Georgia O'Keefe (z.B. Cow's Skull with Calico Roses), Jackson Pollock (z.B. Greyed Rainbow), Roy Lichtenstein (z.B. Mirror #3 (6 Panels)) und Jasper Johns (z.B. Flag) machen das Art Institute zu einem absoluten Muss für jeden Kunstliebhaber (und Amerikanisten). Sehr beeindruckend und sehenswert sind auch die Skulpturen von Charles Ray, und die America Windows von Marc Chagall, der ja unter anderem auch die neun biblischen Kirchenfenster für St. Stephan in Mainz gestaltete.

Montag, 13. Juli 2015

Tag 9: Die Windige Zwiebel

Chicago

Um den Spitznamen von Chicago - The Windy City - ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden. Laut einer Auslegung leitet sich der Name von dem Wort 'Shikaakwa' (in etwa 'wilde Zwiebel' oder 'Stinktier') aus der Sprache der Potawatomi ab. Eine andere Interpretation bezieht sich auf die Bewerbung Chicagos um die Weltausstellung 1893. Um die starke heimische Konkurrenz aus New York, St. Louis und Washington auszustechen, bauschte man die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten angeblich ein wenig auf, blies sich quasi ein wenig auf. "Don’t pay any attention to the nonsensical claims of that windy city. Its people could not build a World’s Fair even if they won it", soll die New York Sun damals geschrieben haben. Die passendste - wenn möglicherweise ebenso wenig wahre - Erklärung bezieht sich auf den starken Wind, der oft vom Lake Michigan her weht, auch wenn Chicago faktisch nicht windreicher ist als andere amerikanische Städte auch. Nichtsdestrotrotz: windig ist es in der 'City by the Lake' auf jeden Fall, wie wir während unserer knapp drei Tage ausgiebig erleben durften.

Sonntag, 12. Juli 2015

Tag 8: Old Friends & Old Places

Beaumont Tower
Detroit > East Lansing > Chicago

Nach nur einem Tag in Detroit stand heute ein ca. 450 Kilometer langer Trip nach Chicago auf dem Plan. Und da wir in der Nähe meiner alten Alma Mater, der Michigan State University, waren, legten wir einen kurzen Stopp in East Lansing ein. Bei einem knapp einstündigen Spaziergang über den Campus, vorbei am neuen Eli and Edythe Broad Art Museum, dem modernisierten Spartan Stadium, der neuen Bronzestatue von Sparty, dem Beaumont Tower und der MSU Union gab es ausgiebig Gelegenheit in der Vergangenheit zu schwelgen und sich an viele schöne Erlebnisse und Ereignisse zu erinnern. Und natürlich wurde bei der Gelegenheit auch wieder der persönliche Bestand an universitären Devotionalien aufgefüllt und aktualisiert. Nachdem wir unseren Wagen aufgetankt und unsere Vorräte bei Meijer, einer regionalen Supermarktkette, aufgefüllt hatten, ging es schließlich in Richtung Chi-Town. Dort trafen wir Chris und Abby, alte Freunde von Andreas und seinen beiden Brüdern, die uns toller- und dankbarerweise zu sich eingeladen hatten. Bei reichlich Surf & Turf - gegrilltem Lachs und Steak - sowie selbstgebrautem Bier bot sich viel Zeit und Gelegenheit über Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges zu reden. Ein insgesamt sehr angenehmer und schöner Abend und ein gelungener Auftakt unseres insgesamtknapp dreitägigen Chicago-Aufenthalts.